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Wie im Märchen
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Wie im Märchen

Der singende Fluss

Am Ufer des Kristallflusses lebte einst das Indianermädchen Morgentau.
Wenn die Sonne aufging, begann Morgentau zu singen und sie sang so wunderschön, dass selbst der große Gott des Himmelgewölbes sein Haupt neigte und lauschte. Und da herrschte eine Weile feierliche Stille auf der Erde und alles Leben ruhte.
Morgentau liebte den mutigsten Indianer des Dorfes und versprach ihm, seine Frau zu werden.
Eines Tages aber stieg der Jüngling in sein Boot uns stieß es vom Ufer ab, aber er hatte vergessen, den mächtigen Wassergeist zu grüßen!
Da dröhnte und brauste das Wasser in schäumenden Wellen, das Boot wurde von einem Strudel gepackt und kippte und die Wasser zogen den Jüngling in die Tiefe hinab. Dort verwandelte er sich in den Lachsgeist.
Als der Jüngling am anderen Morgen noch immer nicht ins Dorf zurückgekehrt war, lief Morgentau zum Kristallfluss und bat mit tränenerstickter Stimme, ihr den Liebsten wiederzugeben!
Aber die Wasser antworteten nicht und flossen träge in den See.
Da warf sich Morgentau verzweifelt in den Fluss und die Strömung riss sie mit sich fort.
Der Wassergeist aber erbarmte sich ihrer und verwandelte Morgentau in einen Wasserfall.
Jedes Jahr, schwimmt der Lachsgeist zu dem Wasserfall, streichelte ihn mit den Wellen und flüsterte ihm mit den wirbelnden Wassern, zärtliche Worte zu.
Seit jener Zeit begann der Kristallfluss bei Sonneaufgang zu singen und er sang so wunderschön, dass der große Gott des Himmelgewölbes wieder erstaunt sein Haupt neigte und lauschte, denn die Stimme erinnerte ihn an ein Indianermädchen, namens Morgentau!!!??